Pages

Sunday, March 5, 2017

Karneval

Hallo ihr Lieben,
Eine Woche nach Karneval möchte ich euch ein wenig von diesem Großevent berichten.
Um das erstmal klar zu stellen: Es ist ganz anders als in Deutschland.
Es gibt keine Funkenmariechen, keine Büttenreden und auch keine Verkleidungen. Dafür aber Umzugswägen, Wasserschläuche, die auch kräftig Wasser verteilen und viel Sonne. In Panama ist für die Karnevalszeit Ausnahmezustand. Auf einmal laufen alle in kurzen Hosen herum, sind auf der Straße, trinken in der Öffentlichkeit und kommen einmal ganz aus sich heraus.
Im Grunde genommen gibt es zwei Teile. Das Vormittags- und das Abendprogramm. Am Vormittag kommen alle in kurzen Sachen, wie man sie sonst eher an den Strand einordnen würde. Es wird mit Wasser gespritzt und getrunken. Danach geht man nach Hause zum essen und schlafen. In der Nacht geht es dann wieder los. Diesmal etwas schicker, aber es wird genau so getrunken. Um vier oder wann auch immer man nicht mehr kann geht es dann zurück in die Casa um einige Stunden Schlaf zu sammeln, bevor es wieder zum Karneval geht. Insgesamt dauert der Karneval von Freitagabend bis Dienstagnacht (also endet das ganze zum Aschermittwoch).
Ich selber habe Karneval an zwei Orten miterlebt und somit auch zwei unterschiedliche Eindrücke gewinnen können.

1. Penonome: 
Von dem hiesigen Karneval wurde mir bereits seid meiner Ankunft in vergangenem August vorgeschwärmt. Bereits im Dezember habe ich mein VIP Ticket gekauft und voller Vorfreude ging es am vergangenem Samstag mit einer großen Gruppe auf den Karneval. Mit unserem Ticket durften wir auf einen erhöhten Bereich gehen, der wie eine Art Außendisko aufgebaut war. Es gab große Wasserschläuche mit denen die Menge geduscht wurde und mehrere Companien, die ihre Werbeartikel auf die Menge rieseln ließen. In Penonome gibt es keine Reinas (Königinen), aber stattdessen Princesas (Prinzessinen), die am Samstag auf schwimmenden Wägen auf dem Fluss zu glänzen versuchten.
Persönliche Bilanz: Für einen Tag durchaus machbar und mit den richtigen Menschen auf jeden Fall einen Besuch wert.

2. Las Tablas:
Die Karnevalhochburg Panamas ist und bleibt Las Tablas. Es ist der berühmteste Karneval in Panama und (ich habe hier keine Fakten um das zu hinterlegen) auch der teuerste. Der Karneval hier hat auch eine Art Programm, dass sich über alle Tage hinweg zieht. Es gibt eine Reina aus der Calle Arriba (hohe Straße!?, Straße oben!?) und, seit neustem, zwei Reinas aus der Calle Abajo (untere Straße!?, Straße unten!?). Diese stehen in Konkurrenz, denn nur eine kann Germanys nect Topmodel werden. Nur eine bekommt...Halt falsches Programm. Jedenfalls versuchen sich die Calles mit der Glamorösität und Pompösität ihrer Wagen zu übertreffen. Am Tag haben die Reinas Bikini-artige Kostüme an und werden auf ihren Wägen von mehreren Wagendamen unterstützt. In der Nacht wird das ganze edler und die Reinas tragen tatsächlich Kronen und atemberaubende Glitzerkleider (In denen sie gerade mal mit den Hüften wackeln können, aber ansonsten in ihrer Beinfreiheit erheblich eingeschränkt sind. Glaubt mir, wir haben es gesehen. Das Besteigen der Wägen war...interessant. Hier zwei Stichwörter: Wal und Kran).
Auch die Wägen sind grandios und diesmal hat sogar jede Reina, auf deren Wagen an sich schon etwas 5-8 weitere kostümierte Damen oder Mädchen sind, noch einen Vorwagen. Am Sonntag war das Thema der Wägen anscheinend Märchen und wir haben das schöne und das Biest und Cinderella (die in einer hochfahrbaren Kutsche auf dem Wagen unterwegs war) erkannt. Begleitet wird das ganze von schönen (und sicher sehr kostspieligen) Feuerwerken.
Am Dienstag treffen sich im Übrigen die Reinas von Angesicht zu Aangesicht und werfen sich anscheinend sehr unschöne Sachen an den Kopf. Das ist dann quasi der große Show-down.

Es war sehr beeindruckend und total interessant den Karneval einmal auf diese Art und Weise zu erleben und zu sehen mit welcher Begeisterung die Leute dabei sind.

Auf diesem Bild kann man vielleicht das
Kostüm ganz gut erkennen.
Hier der Cinderella Wagen
Bis dahin, euch einen schönen März!

Friday, February 24, 2017

Halbzeit!

Ja meine Lieben, wie der Titel schon verrät bin ich bereits sechs Monate in Panama und habe somit die Hälfte meines Jahres absolviert. Die Zeit ist im Nachhinein erstaunlich schnell veflogen und auch die zweite noch verbleibende Hälfte erscheint mir bereits jetzt unglaublich kurz. Das liegt aber vermutlich daran, dass ich für die nächsten zwei Monate bereits einige spannende und aufregende Dinge geplant habe.
Da ich ja schon länger nicht mehr ganz so aktiv und fleißig meinen Blog geführt habe, denke ich, dass es sich kaum lohnt jedes Ereignis einzeln aufzulisten. Stattdessen werde ich das Erfahrene irgendwie zusammenfassen. Los gehts:


  1. Ich kann nun halbwegs Spanisch! Ja, auch das habe ich mitlerweile so einigermaßen, wie mein Vater sagen würde, "auf der Kirsche". Allerdings habe ich noch gut Luft nach oben und kann noch ordentlich Dinge dazulernen. 
  2. Auch eine gute Portion panamaischer Kultur durfte und habe ich kennengelernt und dabei nicht nur die positiven Seiten, sondern auch die negativen zu schätzen gelernt. Was das heißt? Man hat sich mit einigen Ansichten in dieser Kultur abgefunden und zu anderen, doch arg kontroversen, eine zumindest halbwegs tollerirende Distanz aufgebaut. So glaube ich bis heute nicht an Hexen oder an die Tatsache, dass ich sobald ich nass werde sofort krank werde. Jedoch habe ich akzeptiert, dass es hier dieser Glaube normal ist und dass man das nicht unbedingt mit geistiger Unterlegenheit gleichsetzen kann.
  3. Man gewöhnt sich an den Panameño. Damit meine ich nicht nur an den männlichen Panamesen, der einem ständig hinterherpfeift/-ruft oder -hupt, sondern auch an die manchmal etwas kurrios erscheinende Mentalität der hiesigen Menschen. Dazu eine Anekdote:
    Eine Familie plant einen Helikopterausflug. Starttag und Programm sind bereits festgelegt und noch einige Plätze sind frei. Also was macht die Familie? Sie fragt im Bekanntenkrei nach Interessenten und zwar wie folgt: "Wir wollen einen Helikopterausflug an Tag X machen. Wie werden über X,Y und Z fliegen und haben noch Plätze frei. Wer Lust hat kann sich melden. Am liebsten jemand, der auch einen Helikopter hat, denn das ist das Einzige was noch fehlt." Bei solcher, ich nenn es mal Naivität wird so mancher Deutscher den Kopf schütteln. Allerdings fasst das ganz gut die panamesische Art zusammen. Sie gehen an alles sehr positiv heran, planen selten bis zum Schluss und glänzen durch Spontanität. Aber so wie der Deutsche aggressiv pünktlich und der Amerikaner von Natur aus fett ist, so ist der Panameño auf seine Weise wie er eben ist.*
  4. Das Essen ist genial. Zumindest schmeckt es mir persönlich sehr gut. Es zeichnet sich durch frittieren und Ajo (Knoblauch) aus und ist im allgemeinen gewürzt aber nicht scharf, wie man es zum Beispiel von Mexiko kennt. Ich werde demnächst auch endlich meinen Essenspost fertigstellen. (Oh ja, ich will fleißig sein.)
  5. Dieses halbe Jahr war für mich persönlich das wohl härteste halbe Jahr meines Lebens. Nicht nur Sprache, sondern auch die nicht unbedingt durch Sinnvolligkeit glänzende Arbeit haben mir zu gesetzt und mich im Verlaufe der sechs Monate immer wieder an meine Grenzen gehen lassen. Damit möchte ich jedoch nicht sagen, dass es ein schlechtes oder gar furchtbares halbes Jahr gewesen wäre. Ich habe unglaublich viel dazu gelernt. Nicht nur über Panama, sondern auch über mich. Meine Prioritäten haben sich, glaube ich, zum positiven hin verbessert. Somit habe ich schon einmal eines meiner Ziele für meine Zeit in Panama erreicht. Mit weniger materiellen Dingen zu leben zeigt einem wie viel bedeutender Erfahrungen und schöne Erlebnisse sind. Man lernt zu schätzen was und vor allem wen man hat. Ich kann jetzt hier nur von meinen persönlichen Erfahrungen sprechen, aber ich glaube, dass so etwas gut tut - gerade als junger Mensch. 
  6. Zweifellos war die Zeit in Panama auch die reiseintensivste Zeit meines Lebens. Ich habe so viel gesehen und glaube langsam Panama besser zu kennen als Deutschland (Klar ist Panama gerade einmal so groß wie Bayern, allerdings stelle ich immer wieder fest, dass man auch innerhalb Deutschland sehr viel reisen kann - und sollte). Ich werde demnächst versuchen einige Bilder meiner vergangenen Reisen hochzuladen.
  7. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und es ist erstaunlich wie schnell man sich an andere Umstände gewöhnt. Die Ameisen im Haus und in meinem Bett sind normal geworden, der generell höhere Lautstärkepegel akzeptiert worden. Der Müll am Straßenrand fällt nicht mehr ganz so auf wie noch am Anfang und der Kuchen mit dem metertiefen Frosting und die Piñata gehören einfach zu einer jeden Feier dazu.
    Kurze Zwischenbemerkung: Ich bin allerdings nicht unschockbar. Wenn wir bei Valorate den Ketchup mit Zucker nachsüßen bleibt auch mir ich der Mund offen stehen. 
  8. Ich habe gelernt zu sparen oder zumindest mir des Geldes bewusster zu sein. Mein Vater der meine Kontoabzüge sieht wird an dieser Stelle vieleicht lachen, aber es ist tatsächlich so. Selbstverständlich lernt das so gut wie jeder, sobald er auszieht, allerdings überlege ich jetzt schon zweimal ob ich das Taxi wirklich nehme oder lieber mit den 1,25$ in der Tasche die halbe Stunde durch die Hitze laufe - immerhin habe ich ja mehr als genug Zeit.
  9. Ich mag Panama. Anders kann ich es glaube ich nicht sagen. Natürlich gibt es immernoch Situationen oder Aspekte, die schwierig sind Ich möchte hier auch auf keinen Fall den Anschein erwecken, dass ich die souveräne, offene und toleranteste Weltenbummlerin schlechthin bin - so ist es nämlich einfach nicht. Kultur ist immer komplex und für Außenstehende nie einfach komplett zu akzeptieren, allerdings macht diese Diversität das Leben auf der Erde aus. Nur wer aus seiner Kompfortzone heraustritt kann über sich selber herauswachsen und ich glaube ich bin auf einem guten Weg dahin.
Soweit erstmal von mir. Wenn ihr bestimmte Fragen habt, so fragt mich in den Kommentaren oder über Whatsapp! Ansonsten wünsche ich euch ein schönes Wochenende. Hier ist Karneval und somit Ausnahmezustand in Panama. Was das direkt bedeutet werde ich am Wochenende herausfinden und dann in zwei, drei, vier Monaten oder spätestens wenn ich wieder da bin berichten. 
Grüße!

Aus aktuellem Anlass:
Ein Bild von der Kindergartenabschlussfeier


*Ich generalisiere stark. So gesehen benutze ich eine Übertreibung (Hyperbel) als Stilmittel um meinen Text leichter verständlich zu machen. - Ja 12 Jahre Schule waren nicht für die Katz (rechtschreibtechnisch vielleicht schon, aber nun ja...)!

Tuesday, December 27, 2016

Do they know it's Christmas time at all?

Hallo meine Lieben,
Weihnachtsbaum im Park
Noch einmal nachträglich Frohe Weihnachten und vorträglich einen guten Start in das neue Jahr.

Viele haben mich gefragt, wie denn Weihnachten hier in Panama abläuft und ich wollte mir meinen Kommentar dazu aufheben, bis ich es tatsächlich miterleben durfte. Aber nun bin ich ja quasi Experte beziehungsweise habe es miterlebt:

1. Weihnachten wird gefeiert. Die Mehrheit des Landes ist katholisch und da gehört Jesus un Weihnachten nun einmal mit dazu.
2. Der Weihnachtsbaum wird bereits anfang Dezember errichtet und ist häufig aus Plastik.
3. Ganz dem panamaischen Schönheitsideal folgend wird der Baum sehr auffällig und umfangreich geschmückt (bei uns mit Schmetterlingen, Blumen und anderen ebendso winterlichen Motiven).
4. Da Weihnachten ja das Fest Jesu Geburt ist, wird natürlich dem Niño Jesus auch sein Geburtstagslied (Happy Birthday to you auf Spanisch) gesungen.
Anmerkung des Autors: Sehr bizzar beim ersten und auch zweiten und dritten Mal.
5. Am 23. gab es bei mir im Ort einen Weihnachtsumzug mit Musik und Wägen.
6. Der 24. läuft eigentlich wie ein ganz normaler Tag ab, erst abends wird es weihnachtlich.

Ab hier wird es individuell:
6.1 Hier könnte ein Messbesuch stattfinden.
7. Gegen 8 waren wir bei Bekannten zum Essen eingeladen. Typisch weihnachtliches Essen sind Arroz con Guandu (Reis mit einer bestimmten, teuren Bohnen Art), Tamales(Maismatsche mit Hühnchen, Rosinen, Oliven...) und natürlich ein Geburtstagskuchen für Jesus (normaler Geburtstagskuchen).
8. Nach dem Essen ging es nach Hause zum ausruhen.
9. Um Mitternacht fingen die Feuerwerke an (ja, wie zu Neujahr) und es wurde sich umarmt und Frohe Weihnachten gewünscht. Weihnachten ist hier nämlich am 25.
10. An dieser Stelle findet bei vielen die Bescherung statt, aber auch das ist von Familie zu Familie unterschiedlich (Bescherung ja?, nein?; Früher wegen der Kinder, etc.).
11. Gegen 1 Uhr nachts sind wir dann noch zu einer Hausparty gegangen die so energiegeladen und aufregend war, wie eine Doppelstunde Geschichte in der 7. und 8. Stunde.

So, dass war also Weihnachten. Sehr anders als in Deutschland, aber definitiv eine Erfahung wert, denn dann lernt man die heimischen Traditionen wertzuschätzen!
Euch ein paar schöne Tage!
Bine



Tuesday, November 22, 2016

El Mes de la Patria

El mes de la patria
Nun melde auch ich mich mal wieder und diesmal voll mit neuen Erlebnissen und ordentlich Erzählstoff, über den ich berichten werde. Aber eins nach dem anderen.
Im November wird hier der Mes de la Patria (Monat des Vaterlands) gefeiert. Dafür ist alles von den Schulen bis zum Bäcker in den Nationalfarben rot, weiß und blau geschmückt. Faszinierender Weise haben die Panameños es geschafft viele ihrer Feiertage in den November zu legen, sodass viel Zeit zum zelebrieren ist. Hier einmal eine Liste mit den Feiertagen:
03.11. Día de la separación de Panamá de Colombia (1903 erhielt Panama an diesem Tag die Unabhängigkeit von Kolumbien)
04.11. Día de la Bandera (Tag der Flagge)
05.11. Día de Colón (Am 03.11.1903 stand noch nicht genau fest, ob Panama nun wirklich ganz unabhängig von Kolumbien war, da immer noch Colón (Gebiet in Panama) in kolumbianischer Hand war. Am 05.11. wurde die Unabhängigkeit bestätigt.)
10.11. Día del Grito de Independencia en la Villa de Los Santos (1821 begann der Aufschrei nach Unabhängigkeit von Spanien in Los Santos.)
28.11. Día de la Separación de Panamá de España (An diesem Tag, 1821, wurde Panama unabhängig von Spanien und schloss sich daraufhin Großkolumbien an.)

Insbesondere über die fiestas patrias (3.-5.11.) gab es viele Umzüge mit (Schul-)Bands und Folklore. Und für mich hieß das fünf Tage am Stück frei, die ich surfend am Strand verbracht habe.

Damit auch ihr mal etwas lernt, stelle ich euch heute die Símbolos Patrios (patriotische Symbole) vor.
Das erste ist der Himno Nacional (die Nationalhymne), der 1906 zum solchen erklärt wurde. Die Musik ist von Santos Jorge Amátrian und der Text wurde von Jerónimo de la Ossa verfasst. HIER könnt ihr auch einmal rein hören.


Des Weiteren gibt es den Escudo (das Wappen). Die zehn Sterne symbolisieren die Provinzen Panamas, der Adler die Souveränität. Im ersten Abschnitt, kann man Gewehr und Säbel erkennen, womit an die Kriege Panamas erinnert werden soll. Hake und Schaufel sind Zeichen für die Arbeit. Der mittlere Abschnitt zeigt die zwei Meere, die an Panama grenzen und Sonne und Mond zeigen die Uhrzeit, zu der Panama die Unabhängigkeit erlangte (18.00 Uhr). Das mit Gold gefüllte Horn auf blauem Grund steht für den Reichtum, der geflügelte Ring für den Fortschritt.


Das letzte und wichtigste Symbol Panamas ist die Flagge. Die Farbe Weiß symbolisiert Frieden und Einheit, Blau die konservative, Rot die liberale Partei. Der blaue Stern steht für die Ehrlichkeit und Reinheit, der rote für die Autorität und das Gesetz.

Nun seid ihr wieder etwas schlauer und gewinnt vielleicht mit diesem Wissen die 1000000€ Frage bei Günther Jauch!
Grüße!



Thursday, October 27, 2016

Und piecks

Hier kurz mal ein kleiner Beitrag zu einem kleinen Teil des Gesundheitswesens in Panama. Tatsächlich sind hier nämlich fast alle Impfungen kostenlos und leicht erhältlich. Gestern waren einige Ärztinnen bei valórate, haben die Kinder kostenlos untersucht und fehlende Impfungen bzw Grippe Impfungen verteilt (auch an die Eltern und Geschwister!). Es ist schön zu sehen, das wenigstens jedes Kind hier, aus welchen Umständen es auch immer kommen mag, die Möglichkeit hat die grundlegendsten Impfungen (typhus, polio, etc.) zu bekommen, denn häufig ist die ärztliche Versorgung nicht so gut (so lange nicht im Privatsektor) und ziemlich teuer. So teuer, dass es sich die Armen hier nicht leisten können. Durch zum Teil schlechte Lebebsumstände (Unterernährung, schlechte Hygiene) und dem tropischen Klima (warm und feucht, also perfekt für Bakterien) sind Krankheiten wie die Grippe hier eher Grund für den Tod, als bei uns in Deutschland.
Also dickes Daumen hoch für den kostenlosen Impfstoff.

Tuesday, October 18, 2016

Las Yayas und das Festival Nacional del Sombrero Pinta'o

Vergangenen Sonntag konnte ich spontan mit einem anderen Freiwilligen und einer Bekannten von ihm einen Ausflug in die Umgebung machen. Dafür habe ich mich um sechs Uhr morgens aus dem Bett gequält und wurde um sieben eingesammelt. Nach einer knappen dreiviertel Stunde erreichten wir unser erstes Ziel: 

Die Wasserfälle Las Yayas 
Wasserfälle Las Yayas
Probiers mal mit Gemütlichkeit!
Der Weg dahin war  nicht so abenteuerlich wie der in der vergangenen Woche, allerdings haben auch diese Wasserfälle ihren Charme. Ein natürliches Schwimmbecken am Ende des Wasserfalls läd zum Baden ein und der umliegende Wald könnte direkt aus dem Djungelbuch stammen - es hat eigentlich nur der singende Balu gefehlt. 


Ein Stand mit den Típico Hüten
Auf einer gewundenen Straße ging es weiter durch die Berge bis nach La Pintada, wo am vergangenen Wochenende das Festival del Sombrero (Fest des Huts) gefeiert wurde. An dieser Stelle möchte ich gleich einmal eine Sache erklären: Der typische Hut in Panama ist NICHT der Panama Hut. Dieser stammt nämlich eigentlich aus Ecuador und wurde während der Zeit des Goldrausches (Mitte des 19.Jh) in Amerika über Panama verkauft. Damals importierten die USA die Produkte noch nicht direkt aus den einzelnen lateinamerikanischen Ländern, sondern sammelten die Güter an Sammelstellen (Panama). Dadurch erhielten auch die Hüte einen panamaischen Stempel und der Hut wurde kurzerhand "panama hat" (Panama Hut) genannt. (Es ist übrigens sehr schwierig einen Panama Hut in Panama zu bekommen.) Der sogenannte Típico ist der eigentliche Hut der Panameños und zu dessen Ehren veranstalten sie ein Fest. Dabei gibt es Stände, die natürlich die Hüte verkaufen (Preis von etwa $20-$500, je nach Verarbeitung) und eine Parade mit Tänzern in der Nationaltracht (für Frau: Die Pollera (gesprochen Pojera), bestehend aus Rock und Bluse mit goldenem 
Schmuck und aufwändigen 
Haaraccessoirs; Für Mann: Kragenloses Hemd, Hose, típico Hut). Dazu ertönte die traditionell panamaische Musik. 
Drei Mädels in Pollera


Aber ich glaube, ein Film ist hier das geeignetste Medium um einen tatsächlichen Eindruck zu bekommen. Von daher: Action!

  




 


Ansonsten geht es mir soweit ganz gut und auch auf Arbeit läuft alles wie es soll. Falls ihr noch nie eine Ananas habt wachsen sehen, habe ich hier nochmal ein Bild für euch und außerdem ist ja bald November und somit Zeit für das US-amerikanische Fest Thanksgiving, deshalb hier ein Truthahn, der da so rumlief.

Saturday, October 15, 2016

Oktoberfest und Deutschlanddetektor

Ihr dachtet Oktoberfest gibt es nur in Deutschland? Falsch gedacht!
Auch in Panama, noch genauer Panama Stadt, gibt es ein Oktoberfest (Nein, kein Fest, dass auch im Oktober stattfindet, sondern tatsächlich ein "deutsches" Oktoberfest). Getrunken wird dabei natürlich *bam bam bam* BIER. Die "deutscheste" Biersorte in Panama ist übrigens Paulaner. Allerdings haben auch lokale Bierkompanien den Trend mitgenommen, wodurch es zum Beispiel die Balboa Oktoberfest Edition gibt (siehe Bild).
Durch fehlende Tracht, verliert das ganze allerdings doch an Charme. Für alle, die es interessiert: Der Liter Paulaner kostet hier $25 (Vergleich: Maßpreis 2016 liegt zwischen 10,40€-10,70€).

Da ich nun schon einmal angefangen habe von deutschen Sachen in Panama zu erzählen, kann ich auch gleich einmal ein paar Worte zum Deutschlanddetektor verlieren.
Dabei handelt es sich um ein Phänomen, welches bei vielen, wenn nicht gar allen, Austauschschülern/Freiwilligen/Zeit-im-Ausland-Verbringern vorkommt. Plötzlich identifiziert man sich nämlich viel mehr mit Deutschland. Sagt jemand "Deutschland", so hört man sofort hin, sieht man ein deutsches Produkt (z.B. Bier) hat man gleich eine Verbindung dazu und trägt jemand ein Deutschland Trickot, wird man automatisch an die großartige Leistung der deutschen Fußballer erinnert. Kurzum dadurch das man hier in einer fremden Kultur ist, sind vertraute, heimische Produkte oder Dinge wie ein kleiner Wink, der dich an die eigene Heimat erinnert. Verstärkt wird der Deutschlanddetektor durch die Tatsache, dass man hier DIE/DER Deutsche ist und somit Deutschland für alle die einen kennen repräsentiert.