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Tuesday, December 27, 2016

Do they know it's Christmas time at all?

Hallo meine Lieben,
Weihnachtsbaum im Park
Noch einmal nachträglich Frohe Weihnachten und vorträglich einen guten Start in das neue Jahr.

Viele haben mich gefragt, wie denn Weihnachten hier in Panama abläuft und ich wollte mir meinen Kommentar dazu aufheben, bis ich es tatsächlich miterleben durfte. Aber nun bin ich ja quasi Experte beziehungsweise habe es miterlebt:

1. Weihnachten wird gefeiert. Die Mehrheit des Landes ist katholisch und da gehört Jesus un Weihnachten nun einmal mit dazu.
2. Der Weihnachtsbaum wird bereits anfang Dezember errichtet und ist häufig aus Plastik.
3. Ganz dem panamaischen Schönheitsideal folgend wird der Baum sehr auffällig und umfangreich geschmückt (bei uns mit Schmetterlingen, Blumen und anderen ebendso winterlichen Motiven).
4. Da Weihnachten ja das Fest Jesu Geburt ist, wird natürlich dem Niño Jesus auch sein Geburtstagslied (Happy Birthday to you auf Spanisch) gesungen.
Anmerkung des Autors: Sehr bizzar beim ersten und auch zweiten und dritten Mal.
5. Am 23. gab es bei mir im Ort einen Weihnachtsumzug mit Musik und Wägen.
6. Der 24. läuft eigentlich wie ein ganz normaler Tag ab, erst abends wird es weihnachtlich.

Ab hier wird es individuell:
6.1 Hier könnte ein Messbesuch stattfinden.
7. Gegen 8 waren wir bei Bekannten zum Essen eingeladen. Typisch weihnachtliches Essen sind Arroz con Guandu (Reis mit einer bestimmten, teuren Bohnen Art), Tamales(Maismatsche mit Hühnchen, Rosinen, Oliven...) und natürlich ein Geburtstagskuchen für Jesus (normaler Geburtstagskuchen).
8. Nach dem Essen ging es nach Hause zum ausruhen.
9. Um Mitternacht fingen die Feuerwerke an (ja, wie zu Neujahr) und es wurde sich umarmt und Frohe Weihnachten gewünscht. Weihnachten ist hier nämlich am 25.
10. An dieser Stelle findet bei vielen die Bescherung statt, aber auch das ist von Familie zu Familie unterschiedlich (Bescherung ja?, nein?; Früher wegen der Kinder, etc.).
11. Gegen 1 Uhr nachts sind wir dann noch zu einer Hausparty gegangen die so energiegeladen und aufregend war, wie eine Doppelstunde Geschichte in der 7. und 8. Stunde.

So, dass war also Weihnachten. Sehr anders als in Deutschland, aber definitiv eine Erfahung wert, denn dann lernt man die heimischen Traditionen wertzuschätzen!
Euch ein paar schöne Tage!
Bine



Tuesday, November 22, 2016

El Mes de la Patria

El mes de la patria
Nun melde auch ich mich mal wieder und diesmal voll mit neuen Erlebnissen und ordentlich Erzählstoff, über den ich berichten werde. Aber eins nach dem anderen.
Im November wird hier der Mes de la Patria (Monat des Vaterlands) gefeiert. Dafür ist alles von den Schulen bis zum Bäcker in den Nationalfarben rot, weiß und blau geschmückt. Faszinierender Weise haben die Panameños es geschafft viele ihrer Feiertage in den November zu legen, sodass viel Zeit zum zelebrieren ist. Hier einmal eine Liste mit den Feiertagen:
03.11. Día de la separación de Panamá de Colombia (1903 erhielt Panama an diesem Tag die Unabhängigkeit von Kolumbien)
04.11. Día de la Bandera (Tag der Flagge)
05.11. Día de Colón (Am 03.11.1903 stand noch nicht genau fest, ob Panama nun wirklich ganz unabhängig von Kolumbien war, da immer noch Colón (Gebiet in Panama) in kolumbianischer Hand war. Am 05.11. wurde die Unabhängigkeit bestätigt.)
10.11. Día del Grito de Independencia en la Villa de Los Santos (1821 begann der Aufschrei nach Unabhängigkeit von Spanien in Los Santos.)
28.11. Día de la Separación de Panamá de España (An diesem Tag, 1821, wurde Panama unabhängig von Spanien und schloss sich daraufhin Großkolumbien an.)

Insbesondere über die fiestas patrias (3.-5.11.) gab es viele Umzüge mit (Schul-)Bands und Folklore. Und für mich hieß das fünf Tage am Stück frei, die ich surfend am Strand verbracht habe.

Damit auch ihr mal etwas lernt, stelle ich euch heute die Símbolos Patrios (patriotische Symbole) vor.
Das erste ist der Himno Nacional (die Nationalhymne), der 1906 zum solchen erklärt wurde. Die Musik ist von Santos Jorge Amátrian und der Text wurde von Jerónimo de la Ossa verfasst. HIER könnt ihr auch einmal rein hören.


Des Weiteren gibt es den Escudo (das Wappen). Die zehn Sterne symbolisieren die Provinzen Panamas, der Adler die Souveränität. Im ersten Abschnitt, kann man Gewehr und Säbel erkennen, womit an die Kriege Panamas erinnert werden soll. Hake und Schaufel sind Zeichen für die Arbeit. Der mittlere Abschnitt zeigt die zwei Meere, die an Panama grenzen und Sonne und Mond zeigen die Uhrzeit, zu der Panama die Unabhängigkeit erlangte (18.00 Uhr). Das mit Gold gefüllte Horn auf blauem Grund steht für den Reichtum, der geflügelte Ring für den Fortschritt.


Das letzte und wichtigste Symbol Panamas ist die Flagge. Die Farbe Weiß symbolisiert Frieden und Einheit, Blau die konservative, Rot die liberale Partei. Der blaue Stern steht für die Ehrlichkeit und Reinheit, der rote für die Autorität und das Gesetz.

Nun seid ihr wieder etwas schlauer und gewinnt vielleicht mit diesem Wissen die 1000000€ Frage bei Günther Jauch!
Grüße!



Thursday, October 27, 2016

Und piecks

Hier kurz mal ein kleiner Beitrag zu einem kleinen Teil des Gesundheitswesens in Panama. Tatsächlich sind hier nämlich fast alle Impfungen kostenlos und leicht erhältlich. Gestern waren einige Ärztinnen bei valórate, haben die Kinder kostenlos untersucht und fehlende Impfungen bzw Grippe Impfungen verteilt (auch an die Eltern und Geschwister!). Es ist schön zu sehen, das wenigstens jedes Kind hier, aus welchen Umständen es auch immer kommen mag, die Möglichkeit hat die grundlegendsten Impfungen (typhus, polio, etc.) zu bekommen, denn häufig ist die ärztliche Versorgung nicht so gut (so lange nicht im Privatsektor) und ziemlich teuer. So teuer, dass es sich die Armen hier nicht leisten können. Durch zum Teil schlechte Lebebsumstände (Unterernährung, schlechte Hygiene) und dem tropischen Klima (warm und feucht, also perfekt für Bakterien) sind Krankheiten wie die Grippe hier eher Grund für den Tod, als bei uns in Deutschland.
Also dickes Daumen hoch für den kostenlosen Impfstoff.

Tuesday, October 18, 2016

Las Yayas und das Festival Nacional del Sombrero Pinta'o

Vergangenen Sonntag konnte ich spontan mit einem anderen Freiwilligen und einer Bekannten von ihm einen Ausflug in die Umgebung machen. Dafür habe ich mich um sechs Uhr morgens aus dem Bett gequält und wurde um sieben eingesammelt. Nach einer knappen dreiviertel Stunde erreichten wir unser erstes Ziel: 

Die Wasserfälle Las Yayas 
Wasserfälle Las Yayas
Probiers mal mit Gemütlichkeit!
Der Weg dahin war  nicht so abenteuerlich wie der in der vergangenen Woche, allerdings haben auch diese Wasserfälle ihren Charme. Ein natürliches Schwimmbecken am Ende des Wasserfalls läd zum Baden ein und der umliegende Wald könnte direkt aus dem Djungelbuch stammen - es hat eigentlich nur der singende Balu gefehlt. 


Ein Stand mit den Típico Hüten
Auf einer gewundenen Straße ging es weiter durch die Berge bis nach La Pintada, wo am vergangenen Wochenende das Festival del Sombrero (Fest des Huts) gefeiert wurde. An dieser Stelle möchte ich gleich einmal eine Sache erklären: Der typische Hut in Panama ist NICHT der Panama Hut. Dieser stammt nämlich eigentlich aus Ecuador und wurde während der Zeit des Goldrausches (Mitte des 19.Jh) in Amerika über Panama verkauft. Damals importierten die USA die Produkte noch nicht direkt aus den einzelnen lateinamerikanischen Ländern, sondern sammelten die Güter an Sammelstellen (Panama). Dadurch erhielten auch die Hüte einen panamaischen Stempel und der Hut wurde kurzerhand "panama hat" (Panama Hut) genannt. (Es ist übrigens sehr schwierig einen Panama Hut in Panama zu bekommen.) Der sogenannte Típico ist der eigentliche Hut der Panameños und zu dessen Ehren veranstalten sie ein Fest. Dabei gibt es Stände, die natürlich die Hüte verkaufen (Preis von etwa $20-$500, je nach Verarbeitung) und eine Parade mit Tänzern in der Nationaltracht (für Frau: Die Pollera (gesprochen Pojera), bestehend aus Rock und Bluse mit goldenem 
Schmuck und aufwändigen 
Haaraccessoirs; Für Mann: Kragenloses Hemd, Hose, típico Hut). Dazu ertönte die traditionell panamaische Musik. 
Drei Mädels in Pollera


Aber ich glaube, ein Film ist hier das geeignetste Medium um einen tatsächlichen Eindruck zu bekommen. Von daher: Action!

  




 


Ansonsten geht es mir soweit ganz gut und auch auf Arbeit läuft alles wie es soll. Falls ihr noch nie eine Ananas habt wachsen sehen, habe ich hier nochmal ein Bild für euch und außerdem ist ja bald November und somit Zeit für das US-amerikanische Fest Thanksgiving, deshalb hier ein Truthahn, der da so rumlief.

Saturday, October 15, 2016

Oktoberfest und Deutschlanddetektor

Ihr dachtet Oktoberfest gibt es nur in Deutschland? Falsch gedacht!
Auch in Panama, noch genauer Panama Stadt, gibt es ein Oktoberfest (Nein, kein Fest, dass auch im Oktober stattfindet, sondern tatsächlich ein "deutsches" Oktoberfest). Getrunken wird dabei natürlich *bam bam bam* BIER. Die "deutscheste" Biersorte in Panama ist übrigens Paulaner. Allerdings haben auch lokale Bierkompanien den Trend mitgenommen, wodurch es zum Beispiel die Balboa Oktoberfest Edition gibt (siehe Bild).
Durch fehlende Tracht, verliert das ganze allerdings doch an Charme. Für alle, die es interessiert: Der Liter Paulaner kostet hier $25 (Vergleich: Maßpreis 2016 liegt zwischen 10,40€-10,70€).

Da ich nun schon einmal angefangen habe von deutschen Sachen in Panama zu erzählen, kann ich auch gleich einmal ein paar Worte zum Deutschlanddetektor verlieren.
Dabei handelt es sich um ein Phänomen, welches bei vielen, wenn nicht gar allen, Austauschschülern/Freiwilligen/Zeit-im-Ausland-Verbringern vorkommt. Plötzlich identifiziert man sich nämlich viel mehr mit Deutschland. Sagt jemand "Deutschland", so hört man sofort hin, sieht man ein deutsches Produkt (z.B. Bier) hat man gleich eine Verbindung dazu und trägt jemand ein Deutschland Trickot, wird man automatisch an die großartige Leistung der deutschen Fußballer erinnert. Kurzum dadurch das man hier in einer fremden Kultur ist, sind vertraute, heimische Produkte oder Dinge wie ein kleiner Wink, der dich an die eigene Heimat erinnert. Verstärkt wird der Deutschlanddetektor durch die Tatsache, dass man hier DIE/DER Deutsche ist und somit Deutschland für alle die einen kennen repräsentiert.

Wednesday, October 12, 2016

Post Arrival Camp

Am vergangenen Wochenende hatten wir ein AFS Camp mit allen Freiwilligen meiner Gruppe im Iguana Resort in der Nähe von Penonomé. Es war sehr schön alle wieder zu sehen, die Möglichkeit zu haben Erfahrungen auszutauschen und Gedanken über die panamesische Kultur auszutauschen.

Neben mehr oder weniger organisierten Einheiten, gutem Essen und Snacks gab es auch ein ganz besonderes Highlight: Eine Wanderung zu den Cascadas (Wasserfällen). Allein der Weg dahin hat sich gelohnt und war mit einem Abendteuer verbunden, denn wir mussten erst einen Fluss durchqueren (an der tiefsten Stelle hat mir das Wasser bis über die Brust gereicht) und danach an einem anderen entlang hangeln. Der Wasserfall als Ausflugsziel erschien zunächst nicht so atemberaubend, bis wir erfuhren, dass man von den knapp 3 Meter hohen Felsen in den Fluss springen konnte. Bis auf die Tatsache, dass meine Ohren nicht ganz mitgespielt haben war es eine grandiose Erfahrung!  

Die Valórate Gang (Wir alle sind Freiwillige
bei Valórate in verschiedenen Städten in Panama)

nächtliche Erkundungstour zum Fluss

Auf dem Rückweg sind einige einfach durch den Fluss
gegangen - Wir waren ja sowieso schon
nass!

Unser Grüppchen
P.S. Den Rückweg haben wir auch komplett ohne Schuhe absolviert - Auch eine ganz besondere Erfahrung ohne Schuhe durch den tropischen Wald zu stapfen.

Friday, September 30, 2016

Der süße Klang der Engel

Heute mal wieder ein kurzes Video/Bildershow-mit-klanglicher-Untermalung über meine Arbeit in der Fúndacion Valórate.





P.S. Ich habe letztes Wochenende Apfelkuchen (noch einmal vielen Dank an Familie Müller für das Rezept!) gebacken und meine Gastfamilie liebt ihn. Vermutlich backe ich morgen einen neuen. 

Saturday, September 24, 2016

Música!

Hachja, die panamesische Musik ist schon ganz cool. Neben amerikanischen Pop, hört man auch Raggaeton und Musik, die ich einfach mal als typisch latino einschätzen würde (Dafür bekomme ich vermutlich von jedem Musikkenner eins auf den Deckel, aber ich kann das (noch) nicht so genau einordnen). Generell ist die Musik hier sehr tanzbar und gerade die lateinamerikanischen Züge laden zum Hüfteschwingen (Schwing du deutsche Hüfte, Schwing!) ein. Wer sich einen genaueren Einblick verschaffen will, kann sich entweder die Top 50 Panama auf Spotify geben oder meine mini Panama Playlist (https://open.spotify.com/user/beebine/playlist/03KJAk6SqJs9kOf4tFxwe1) anhören (Ich hab nur spanische Titel reingepackt und die amerikanischen Songs ausgespart, es sind allerdings auch nur 10 Songs, da ich momentan nicht so viel Lust habe, die ganzen Lieder rauszusuchen). Ein Song, der seit ich hier bin irgendwie ständig läuft ist „Andas en mi cabeza“ von Chino&Nacho und Daddy Yankee. Den könnt ihr euch ja auch mal anhören.





P.S. Interessant zu erwähnen ist vermutlich auch noch, dass Justin Bieber (hust hust Lucie) hier cool ist und keineswegs als „Das hören doch nur 13-jährige!“ abgestempelt wird. 

Monday, September 19, 2016

Stereotyp: Panameños sind offen, hilfsbereit und gastfreundlich!

Tatsächlich kann ich das zum jetzigen Zeitpunkt nur bestätigen und möchte hier ein Beispiel anführen:
Letzten Montag bin ich mit meiner Arbeitskollegin zu der fünf Minuten entfernten Schule gelaufen um mit den Lehrern unserer Valórate-Kids zu reden. Diese Aktion hat sich etwas in die Länge gezogen und als wir gehen wollten, hingen die dunklen Wolken schon über uns. Trotzdem machten wir uns auf den Weg - schließlich ist Valórate gleich um die Ecke. Es fing allerdings schon nach den ersten 50m zu tröpfeln an, sodass wir beschlossen den Weg zu rennen. Allerdings kamen wir nicht weit. Es ist es nämlich nicht so einfach einem tropischen Regenschauer zu entkommen, da es wenn es regnet aus allen Eimern schüttet. Zum Glück kamen wir an einem Haus vorbei, auf dessen Terasse ein älterer Herr stand, der uns ganz selbstverständlich erlaubte den Schauer unter seinem Dach auszusitzen. Seine Frau brachte auch gleich noch einen weiteren Stuhl zum hinsetzten und wir verbrachten eine halbe Stunde auf der Terasse, bis uns eine Kollegin mit Schirm von dort abholte. 
Ich fand diese Selbstverständlichkeit mit der wir aufgenommen wurden einfach unglaublich bewundernswert!

P.S. Wir haben seit Samstag Nachmittag wieder Wasser und Duschen ist echt großartig! 

Tuesday, September 13, 2016

Was ist Luxus?

Während meines Auslandsjahres in Panama ist es mir wichtig zu lernen gewisse Dinge mehr wert zu schätzen als ich das bisher tue. Und bereits nach zwei Wochen habe ich begonnen einer Sache einen extrem hohen Stellenwert einzuräumen: fließendes Wasser. 

Ja, wir haben fließend Wasser, allerdings nicht immer und die Zeit in der wir Wasser haben variiert von Tag zu Tag. Insbesondere in den letzten Tagen ist mir bewusst geworden wie großartig fließend Wasser ist, denn wir haben nun bereits den zweiten Tag keines. Natürlich haben wir Wasserkanister, so etwas ist hier schließlich nicht ungewöhnlich, aber es ist einfach nicht das Gleiche (Haare waschen ist richtig Bombe – yeiy Kurzhaarschnitt!!!). Außerdem hängt an fließend Wasser so viel mehr als die Dusche. Auch die Klospülung füllen wir momentan manuell auf und es ist echt Wahnsinn, wie viel Wasser auf diese Art mehr oder weniger verschwendet wird! Man benötigt Wasser auch zum Kochen, zum Abwaschen, zum Zähneputzen und zum Trinken – klar ist ja logisch. Es wird einem trotzdem erst richtig bewusst, wenn es dann fehlt. 

Natürlich kommt man damit zurecht. Es ist auch nicht der Weltuntergang. Aber es ist schon etwas nervig und zu Beginn völlig ungewohnt (das Schlimmste, was ich bis dato erlebt hatte war nur kaltes Wasser für einen Tag zu haben).  

Ich fänd es schön, wenn auch ihr euch bewusst macht, was es für ein Luxus ist, fließendes (und warmes) Wasser zu jeder Tages- und Nachtzeit zur Verfügung zu haben. Also denkt einfach daran, wenn ihr euch das nächste Mal die Hände wascht, die Blumen gießt oder die Klospülung betätigt. DAS IST ECHTER LUXUS!

Eben war der Wassertruck da und diese netten
Herren haben unsere Kanister nachgefüllt.

Sunday, September 11, 2016

Valórate

Einige wissen es ja schon: Während meines Auslandsaufenthaltes arbeite ich bei der Fundación Valórate. Laut der Website eine Kindertagesstätte/Hort mit Nachhilfe für Kinder zwischen 2-14 Jahren, die ADHS haben.

Das waren auch in etwa alle Informationen, die ich vor Arbeitsantritt hatte. Ich muss allerdings sagen, dass es anders ist, als ich erwartet habe. Mein Tag sieht nämlich so aus:

Meine Malkünste!
Damit haben wir "arriba" (oben) und "abajo" (unten) gelernt.
Ich betreue jeden Tag drei Gruppen. Die ersten beiden bleiben für jeweils zwei Stunden (8-10Uhr, 10-12 Uhr) und die Kinder sind 3-4 Jahre alt. Die Gruppe zieht zu Musik in einer Art Polonäse in den Raum ein und sie hängen ihre Rucksäcke an die (neuen) Haken. Danach danken wir mit einem Lied Señor Jesus (also Jesus) und singen das Valórate Lied, während wir an der linea roja (roten Linie, die einen Kreis formt) stehen. Danach gibt es den magischen Moment: Ein Kind wird ausgelost, dass für den Tag der Amigita Estrella (Sternenfreund) ist. Das Kind bekommt einen Stern auf die Stirn geklebt und stellt sich in die Mitte des Kreises. Alle anderen singen dann das Sternen Lied. Im Anschluss tanzen wir noch ein bisschen bevor die Anwesenheit geprüft wird und wir mit dem Lernen anfangen. In den letzten beiden Wochen haben wir die Körperteile, die Sinne, Distanzen und Richtungen geübt/gelernt. Bei Valórate geht es vor allem um das spielerische Lernen. Häufig wird auch gebastelt und irgendwann gibt es Frühstück beziehungsweise Mittag. Alles in allem sind die Kinder auch richtig niedlich. Es fällt ihnen allerdings schwer sich für so lange Zeit zu konzentrieren, weshalb sie anfangen Dinge zu tun, die sie nicht sollen. Das macht es nicht gerade einfacher für mich und meine zwei Kolleginnen. Insbesondere die erste Gruppe ist anstrengend, sodass ich echt dankbar für die Mittagspause bin. Nach einer Stunde Pause geht es dann weiter mit der letzten Gruppe des Tages. Die Kinder sind in der 1. Klasse und bekommen auch erstmals Essen bevor der ganze Señor Jesus-Valórate-Sternkindteil beginnt. Danach gehen die Kinder in verschiedene Gruppen und bekommen Nachhilfe in Mathe und Spanisch. Hier kann ich leider nicht wirklich helfen, denn mein Spanisch reicht dafür noch nicht aus, allerdings lerne ich dabei neue Vokabeln.
Die Nachmittagsgruppe
bringt mir immer
Blümchen mit.
Vielleicht noch einige Worte zum mentalen Zustand meiner Kinder: Ich bezweifle ehrlich gesagt, dass sie alle ADHS haben. Manche brauchen vermutlich einfach nur mehr Pausen oder müssen sich erst mal richtig austoben bevor das Lernen beginnt. Allerdings ist das nur meine Laien-Ansicht und ich habe auch nicht wirklich einen guten Vergleich, da ich in Deutschland selten mit diesen Altersgruppen gearbeitet habe.

Valórate ist wirklich schon ziemlich gut durchgeplant, weshalb meine Hilfe eigentlich nicht nötig ist. Vielleicht kann ich aber später noch ein bisschen Englisch Unterricht initiieren.
Meine Kolleginnen sind super lieb und wir freuen uns gemeinsam darüber, dass bestimmte Kinder nicht kommen und machen uns manchmal ein bisschen über bestimmte Kinder lustig (also nicht böse, sondern wir erfreuen uns einfach nur an ihnen).
Obwohl die Arbeit anstrengend ist, macht es Spaß und ich denke, dass das am Wichtigsten ist.

Bald gib es mehr von mir! 


Wednesday, September 7, 2016

Ein paar Eindrücke

Nach zwei Wochen in Panama und etwas über einer Woche in meiner Gastfamilie möchte ich ein paar Eindrücke mit euch teilen.
Meine Gastmom und ich
Am Samstag, den 27.08., ging es nach drei Tagen On-Arrival-Camp in Panama City (hier zu Lande einfach nur Panamá genannt) mit dem Bus nach Penonomé, der Stadt in der ich die nächsten 11 Monate verbringen werde. Vom „Parque“ (Park) wurde ich von meiner Gastmutter abgeholt, die mich auch sogleich freudig begrüßte. 
Cancer-Awarness-Lauf, der in ganz Panama an
diesem Tag stattgefunden hat
Mit dem Auto (ja, wir haben ein Auto) fuhren wir zu meiner neuen Casa, die ich von den Bildern wiedererkannte. Ich habe hier mein eigenes Zimmer, was in Panama nicht selbstverständlich ist. Zum Zeitpunkt meiner Ankunft hatte ich allerdings keine Tür (also gut, die Einzelteile waren schon da). Diese sollte allerdings am Montag installiert werden.
Sonntagmorgen halb sieben begann mein erster vollständiger Tag in meiner Gastfamilie. Wieso so früh? Meine Gastmom und ich haben an einem Cancer-Awareness-Lauf mitgemacht (Lauf wie in laufen). Dabei bekam ich gleich einen kleinen Eindruck von Penonomé und wurde gefühlt jeder zweiten Person als die“ hija nueva“ (neue Tochter) vorgestellt. Später am Nachmittag kamen noch Freunde von meinem Gastbruder vorbei. Lustigerweise lebt bei einen dieser Freunde zurzeit auch eine deutsche Freiwillige und wir haben uns natürlich gleich gut verstanden (also auch mit den Panameños).

Apropos verstehen: In Panama spricht man ja bekannter Weise Spanisch. Mein Spanisch ist eher… mangelhaft. Trotzdem verstehe ich das Wichtigste(?) und merke, wie ich von Tag zu Tag dazu lerne. Ich hoffe sehr, dass ich mich bald an den Gesprächen auf Arbeit und zu Hause beteiligen kann, denn die Menschen hier sind echt offen und lieb und versuchen so gut es geht auf mich zu zu gehen.

Ein wichtiger Aspekt jeder Kultur ist natürlich das Essen. Meine Erwartungen an die panamaische Küche:
-          - Viel Reis
-         -  Viele Bohnen
-          - Viel Hühnchen
-          - Kochbananen
-          - Viel frittiertes
-          - Viel Saft/Soda
Tatsächlich wurden diese Erwartungen auch komplett erfüllt. Insbesondere bei der Arbeit komme ich häufig in den Genuss von Reis. Im Gegensatz dazu habe ich bei mir zu Hause noch nicht ein einziges Mal Reis gegessen. Das liegt daran, dass meine Gastmom abends etwas essen möchte, dass schnell geht und satt macht – Fastfood. Bisher gab es schon Hot Dogs, Subway und Hamburger. Allerdings hatte ich auch schon mehrmals Nudeln und einmal sogar Lasagne. Obwohl es hier überhaupt nicht üblich ist, trinke ich viel Wasser, aber um nicht unhöflich zu wirken auch immer mal wieder Saft und Cola (schmeckt ja schließlich auch nicht schlecht). Brot, also so richtiges gutes Brot, gibt es hier leider nicht. Generell wird fast jede Malzeit gekocht. Auch zum Frühstück! Frisch frittierte Tortillas aus Mais oder ein gegrilltes Käsesandwich sind keine Seltenheit zu so früher Stunde. Ich habe zwar auch Müsli (welches im Kühlschrank gelagert wird), aber das habe ich bisher erst dreimal gegessen und meine Gastmom meinte nach dem zweiten Müsli-Morgen, dass ich am nächsten Tag nicht wieder Cornflakes essen muss, sondern etwas anderes (anständiges!?) bekommen würde.
Kurz etwas zur allgemeinen Esskultur: Viele essen hier mit den Händen (Meine Familie allerdings nicht) und gegessen wird nicht wie bei uns gemeinsam am Tisch, sondern eher einzeln im Zimmer oder zusammen auf der Couch. Auch die Geschwindigkeit mit der gegessen wird ist deutlich höher.
Das war es dann auch erst Mal für heute.

Alles Liebe!

Friday, August 26, 2016

Endlich da!


Meine Lieben,
Nach 11h Flug, einigen Turbulenzen, viel Cola und O-Saft erreichten wir endlich unser Ziel: Panama City. Etwas kaputt, aber voller Vorfreude, stiegen wir aus dem Flugzeug und wurden sogleich von einer schwülen Hitzewelle begrüßt. 
Nach einigen kleinen Verständigungsproblemen bei der Einreise durften wir unsere Koffer einsammeln und wurden dann von einer freundlichen AFS-Dame abgeholt. Mit dem Bus ging es in die Stadt zu unserem Hostel, wo wir von unseren Teamern in Empfang genommen wurden. 
Unser Hostel ist eigentlich richtig schön! Wir haben einen Pool, bequeme Betten, WLAN und bei Nacht sogar eine Klimaanlage im Zimmer. 
Gestern Abend durften wir auch zum ersten Mal in die Stadt und haben einen kleinen Spaziergang gemacht. Dabei hatten wir einen wunscherschönen Blick auf die nächtliche Skyline. 
Damit ihr auch mal einen Einduck bekommt, ist hier auch ein kleines Video.
Grüße!



Tuesday, August 23, 2016

Und morgen geht es los!

Morgen ist es endlich so weit: Mein panamaisches Abenteuer beginnt! 

Doch bevor ich ab demnächst meine Eindrücke von Panama, der Kultur und den Leuten schildern werde, möchte ich betonen, dass es sich bei allen Einschätzungen, Aussagen und Beobachtungen lediglich um meine ganz persönlichen Erfahrungen handelt. Ein Land, so wie Panama, ist facettenreich und es ist daher nahezu unmöglich alle Seiten zu beleuchten. Ich möchte euch also darum bitten, immer daran zu denken, dass zu Panama mehr gehört als das was ich erzähle. Die Autorin Chimamanda Adichie fasst das Ganze sehr gut in ihrem TED Talk zusammen (Man kann auch die deutschen Untertitel einblenden.). 


Bis bald und Adíos!

Monday, January 18, 2016

¡Hola!

Hallo ihr Lieben,
Das wäre also ich! (Für alle die mich noch nicht kennen.)
wie schön, dass es euch auf meinen Blog verschlagen hat. Mein Name ist Sabine (bzw. Bine) und ich werde ab Ende August ein Freiwilligen Jahr in Panama machen. In diesem Blog möchte ich meine gesammelten Erfahrungen festhalten und auch euch die Chance geben ein bisschen mehr über die panamaische Kultur zu lernen.
Vielleicht sollte ich euch erst einmal erzählen, wie das mit dem Auslandsjahr überhaupt zu Stande gekommen ist:
Im Frühjahr diesen Jahres werde ich meine Schulkarriere mit dem Abitur vollenden. Da ich noch nicht genau weiß, was ich eigentlich in meinem Leben machen möchte, dachte ich mir es wäre doch eine gute Idee ins Ausland zu gehen. Am besten irgendwo hin, wo man Spanisch spricht, denn mehrere Sprachen zu sprechen ist immer gut. Nach längerem Überlegen kam mir der Gedanke, dass ein Freiwilligen-Jahr für mich vermutlich das Beste wäre. Dabei habe ich die Chance mich sozial zu engagieren und eine Menge für mein Leben dazu zu lernen.
Schwupp die Wupp habe ich mich also bei AFS beworben, einer Organisation, die sich den interkulturellen Austausch zum Ziel gesetzt hat. Bei dem darauf folgenden Auswahlwochenende war ich vollends überzeugt, dass ein Freiwilligen-Jahr das richtige für mich ist. Als angehender Weltverbesserer ist das auf jeden Fall ein guter Anfangspunkt. Mitte Dezember erhielt ich dann eine feste Zusage für das Land Panama. Das genaue Projekt wird später noch von AFS bestimmt. Über die Zusage habe ich mich riesig gefreut, obwohl ich noch gar nicht so viel über Panama weiß. Erste Assoziationen waren der Panama Kanal und das Kinderbuch von Janosch "Oh wie schön ist Panama". Nun weiß ich schon etwas mehr (dank Wikipedia) und freue mich um so mehr dieses wunderschöne Land im nächsten Jahr erkunden zu dürfen.
Es gibt viele verschiedene Projekte an denen man arbeiten kann. Dabei würde ich mich im Besonderen über ein Projekt mit Kindern freuen. Viele Freiwillige sind an Schulen als Lehrer tätig, andere in Waisenhäusern. Ich glaube, dass so man bei so etwas eine sehr dankbare und wichtige Arbeit leistet, denn durch schulische Förderung und eine geregelte Erziehung haben die Kinder dort bessere Chancen auf ein gutes Leben. Aber egal welche Aufgabe mir am Ende zufällt, ich bin mir sicher, dass es ein aufregendes Jahr wird.
Der ein oder andere wird sich sicherlich auch fragen, wie viel so ein Freiwilligen-Jahr kostet, denn eins steht fest: Freiwillige werden nicht bezahlt. Sie sollen nämlich in erster Linie den wirtschaftlichen Fortschritt eines Landes fördern und nicht den dort lebenden die Arbeit weg nehmen. Zusammen gefasst kostet ein Jahr im Ausland circa 10 000€ - Oh Gott! Das ist ja schon ein bisschen Geld! Was da alles drin steckt? Naja, zum einen die Versorgung, Krankenversicherung, Flug und Organisation und zum Anderen ein monatliches Taschengeld von 100€.
Trotz des hohen Geldbetrags ist es für nahezu jeden möglich ein solches Freiwilligen-Jahr anzutreten. Grund dafür sind tolle Ministerien, wie in meinem Fall das Ministerium für Senioren, Frauen, Kinder und Jugend, die circa 60% der Kosten übernehmen. Da bleibt für mich ein Restbetrag von 3900€, den ich als engagierter Freiwilliger in Form von Spenden zusammen tragen soll. Wenn ihr euch jetzt also denkt: "Coole Sache, das würde ich gerne mit ein paar Euro unterstützen!", dann könnt ihr dies tun!
Dafür klickt ihr einfach oben auf den Tab "Spenden" und schon habt ihr die Kontonummer und alles, was ihr sonst zum Überweisen braucht.
Ich hoffe sehr, dass ich bald mehr über meinen genauen Aufenthalt sagen kann und ihr werdet das natürlich auch auf meinem Blog erfahren.
Euch einen angenehmen Rest-Januar! Zieht euch warm an, denn es ist frisch draußen!
Alles Liebe,
Bine


Update: Das Geld habe ich, dank meiner lieben Sponsoren, zusammen sammeln können.
              Ihr seid alle toll!!!