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Friday, September 30, 2016

Der süße Klang der Engel

Heute mal wieder ein kurzes Video/Bildershow-mit-klanglicher-Untermalung über meine Arbeit in der Fúndacion Valórate.





P.S. Ich habe letztes Wochenende Apfelkuchen (noch einmal vielen Dank an Familie Müller für das Rezept!) gebacken und meine Gastfamilie liebt ihn. Vermutlich backe ich morgen einen neuen. 

Saturday, September 24, 2016

Música!

Hachja, die panamesische Musik ist schon ganz cool. Neben amerikanischen Pop, hört man auch Raggaeton und Musik, die ich einfach mal als typisch latino einschätzen würde (Dafür bekomme ich vermutlich von jedem Musikkenner eins auf den Deckel, aber ich kann das (noch) nicht so genau einordnen). Generell ist die Musik hier sehr tanzbar und gerade die lateinamerikanischen Züge laden zum Hüfteschwingen (Schwing du deutsche Hüfte, Schwing!) ein. Wer sich einen genaueren Einblick verschaffen will, kann sich entweder die Top 50 Panama auf Spotify geben oder meine mini Panama Playlist (https://open.spotify.com/user/beebine/playlist/03KJAk6SqJs9kOf4tFxwe1) anhören (Ich hab nur spanische Titel reingepackt und die amerikanischen Songs ausgespart, es sind allerdings auch nur 10 Songs, da ich momentan nicht so viel Lust habe, die ganzen Lieder rauszusuchen). Ein Song, der seit ich hier bin irgendwie ständig läuft ist „Andas en mi cabeza“ von Chino&Nacho und Daddy Yankee. Den könnt ihr euch ja auch mal anhören.





P.S. Interessant zu erwähnen ist vermutlich auch noch, dass Justin Bieber (hust hust Lucie) hier cool ist und keineswegs als „Das hören doch nur 13-jährige!“ abgestempelt wird. 

Monday, September 19, 2016

Stereotyp: Panameños sind offen, hilfsbereit und gastfreundlich!

Tatsächlich kann ich das zum jetzigen Zeitpunkt nur bestätigen und möchte hier ein Beispiel anführen:
Letzten Montag bin ich mit meiner Arbeitskollegin zu der fünf Minuten entfernten Schule gelaufen um mit den Lehrern unserer Valórate-Kids zu reden. Diese Aktion hat sich etwas in die Länge gezogen und als wir gehen wollten, hingen die dunklen Wolken schon über uns. Trotzdem machten wir uns auf den Weg - schließlich ist Valórate gleich um die Ecke. Es fing allerdings schon nach den ersten 50m zu tröpfeln an, sodass wir beschlossen den Weg zu rennen. Allerdings kamen wir nicht weit. Es ist es nämlich nicht so einfach einem tropischen Regenschauer zu entkommen, da es wenn es regnet aus allen Eimern schüttet. Zum Glück kamen wir an einem Haus vorbei, auf dessen Terasse ein älterer Herr stand, der uns ganz selbstverständlich erlaubte den Schauer unter seinem Dach auszusitzen. Seine Frau brachte auch gleich noch einen weiteren Stuhl zum hinsetzten und wir verbrachten eine halbe Stunde auf der Terasse, bis uns eine Kollegin mit Schirm von dort abholte. 
Ich fand diese Selbstverständlichkeit mit der wir aufgenommen wurden einfach unglaublich bewundernswert!

P.S. Wir haben seit Samstag Nachmittag wieder Wasser und Duschen ist echt großartig! 

Tuesday, September 13, 2016

Was ist Luxus?

Während meines Auslandsjahres in Panama ist es mir wichtig zu lernen gewisse Dinge mehr wert zu schätzen als ich das bisher tue. Und bereits nach zwei Wochen habe ich begonnen einer Sache einen extrem hohen Stellenwert einzuräumen: fließendes Wasser. 

Ja, wir haben fließend Wasser, allerdings nicht immer und die Zeit in der wir Wasser haben variiert von Tag zu Tag. Insbesondere in den letzten Tagen ist mir bewusst geworden wie großartig fließend Wasser ist, denn wir haben nun bereits den zweiten Tag keines. Natürlich haben wir Wasserkanister, so etwas ist hier schließlich nicht ungewöhnlich, aber es ist einfach nicht das Gleiche (Haare waschen ist richtig Bombe – yeiy Kurzhaarschnitt!!!). Außerdem hängt an fließend Wasser so viel mehr als die Dusche. Auch die Klospülung füllen wir momentan manuell auf und es ist echt Wahnsinn, wie viel Wasser auf diese Art mehr oder weniger verschwendet wird! Man benötigt Wasser auch zum Kochen, zum Abwaschen, zum Zähneputzen und zum Trinken – klar ist ja logisch. Es wird einem trotzdem erst richtig bewusst, wenn es dann fehlt. 

Natürlich kommt man damit zurecht. Es ist auch nicht der Weltuntergang. Aber es ist schon etwas nervig und zu Beginn völlig ungewohnt (das Schlimmste, was ich bis dato erlebt hatte war nur kaltes Wasser für einen Tag zu haben).  

Ich fänd es schön, wenn auch ihr euch bewusst macht, was es für ein Luxus ist, fließendes (und warmes) Wasser zu jeder Tages- und Nachtzeit zur Verfügung zu haben. Also denkt einfach daran, wenn ihr euch das nächste Mal die Hände wascht, die Blumen gießt oder die Klospülung betätigt. DAS IST ECHTER LUXUS!

Eben war der Wassertruck da und diese netten
Herren haben unsere Kanister nachgefüllt.

Sunday, September 11, 2016

Valórate

Einige wissen es ja schon: Während meines Auslandsaufenthaltes arbeite ich bei der Fundación Valórate. Laut der Website eine Kindertagesstätte/Hort mit Nachhilfe für Kinder zwischen 2-14 Jahren, die ADHS haben.

Das waren auch in etwa alle Informationen, die ich vor Arbeitsantritt hatte. Ich muss allerdings sagen, dass es anders ist, als ich erwartet habe. Mein Tag sieht nämlich so aus:

Meine Malkünste!
Damit haben wir "arriba" (oben) und "abajo" (unten) gelernt.
Ich betreue jeden Tag drei Gruppen. Die ersten beiden bleiben für jeweils zwei Stunden (8-10Uhr, 10-12 Uhr) und die Kinder sind 3-4 Jahre alt. Die Gruppe zieht zu Musik in einer Art Polonäse in den Raum ein und sie hängen ihre Rucksäcke an die (neuen) Haken. Danach danken wir mit einem Lied Señor Jesus (also Jesus) und singen das Valórate Lied, während wir an der linea roja (roten Linie, die einen Kreis formt) stehen. Danach gibt es den magischen Moment: Ein Kind wird ausgelost, dass für den Tag der Amigita Estrella (Sternenfreund) ist. Das Kind bekommt einen Stern auf die Stirn geklebt und stellt sich in die Mitte des Kreises. Alle anderen singen dann das Sternen Lied. Im Anschluss tanzen wir noch ein bisschen bevor die Anwesenheit geprüft wird und wir mit dem Lernen anfangen. In den letzten beiden Wochen haben wir die Körperteile, die Sinne, Distanzen und Richtungen geübt/gelernt. Bei Valórate geht es vor allem um das spielerische Lernen. Häufig wird auch gebastelt und irgendwann gibt es Frühstück beziehungsweise Mittag. Alles in allem sind die Kinder auch richtig niedlich. Es fällt ihnen allerdings schwer sich für so lange Zeit zu konzentrieren, weshalb sie anfangen Dinge zu tun, die sie nicht sollen. Das macht es nicht gerade einfacher für mich und meine zwei Kolleginnen. Insbesondere die erste Gruppe ist anstrengend, sodass ich echt dankbar für die Mittagspause bin. Nach einer Stunde Pause geht es dann weiter mit der letzten Gruppe des Tages. Die Kinder sind in der 1. Klasse und bekommen auch erstmals Essen bevor der ganze Señor Jesus-Valórate-Sternkindteil beginnt. Danach gehen die Kinder in verschiedene Gruppen und bekommen Nachhilfe in Mathe und Spanisch. Hier kann ich leider nicht wirklich helfen, denn mein Spanisch reicht dafür noch nicht aus, allerdings lerne ich dabei neue Vokabeln.
Die Nachmittagsgruppe
bringt mir immer
Blümchen mit.
Vielleicht noch einige Worte zum mentalen Zustand meiner Kinder: Ich bezweifle ehrlich gesagt, dass sie alle ADHS haben. Manche brauchen vermutlich einfach nur mehr Pausen oder müssen sich erst mal richtig austoben bevor das Lernen beginnt. Allerdings ist das nur meine Laien-Ansicht und ich habe auch nicht wirklich einen guten Vergleich, da ich in Deutschland selten mit diesen Altersgruppen gearbeitet habe.

Valórate ist wirklich schon ziemlich gut durchgeplant, weshalb meine Hilfe eigentlich nicht nötig ist. Vielleicht kann ich aber später noch ein bisschen Englisch Unterricht initiieren.
Meine Kolleginnen sind super lieb und wir freuen uns gemeinsam darüber, dass bestimmte Kinder nicht kommen und machen uns manchmal ein bisschen über bestimmte Kinder lustig (also nicht böse, sondern wir erfreuen uns einfach nur an ihnen).
Obwohl die Arbeit anstrengend ist, macht es Spaß und ich denke, dass das am Wichtigsten ist.

Bald gib es mehr von mir! 


Wednesday, September 7, 2016

Ein paar Eindrücke

Nach zwei Wochen in Panama und etwas über einer Woche in meiner Gastfamilie möchte ich ein paar Eindrücke mit euch teilen.
Meine Gastmom und ich
Am Samstag, den 27.08., ging es nach drei Tagen On-Arrival-Camp in Panama City (hier zu Lande einfach nur Panamá genannt) mit dem Bus nach Penonomé, der Stadt in der ich die nächsten 11 Monate verbringen werde. Vom „Parque“ (Park) wurde ich von meiner Gastmutter abgeholt, die mich auch sogleich freudig begrüßte. 
Cancer-Awarness-Lauf, der in ganz Panama an
diesem Tag stattgefunden hat
Mit dem Auto (ja, wir haben ein Auto) fuhren wir zu meiner neuen Casa, die ich von den Bildern wiedererkannte. Ich habe hier mein eigenes Zimmer, was in Panama nicht selbstverständlich ist. Zum Zeitpunkt meiner Ankunft hatte ich allerdings keine Tür (also gut, die Einzelteile waren schon da). Diese sollte allerdings am Montag installiert werden.
Sonntagmorgen halb sieben begann mein erster vollständiger Tag in meiner Gastfamilie. Wieso so früh? Meine Gastmom und ich haben an einem Cancer-Awareness-Lauf mitgemacht (Lauf wie in laufen). Dabei bekam ich gleich einen kleinen Eindruck von Penonomé und wurde gefühlt jeder zweiten Person als die“ hija nueva“ (neue Tochter) vorgestellt. Später am Nachmittag kamen noch Freunde von meinem Gastbruder vorbei. Lustigerweise lebt bei einen dieser Freunde zurzeit auch eine deutsche Freiwillige und wir haben uns natürlich gleich gut verstanden (also auch mit den Panameños).

Apropos verstehen: In Panama spricht man ja bekannter Weise Spanisch. Mein Spanisch ist eher… mangelhaft. Trotzdem verstehe ich das Wichtigste(?) und merke, wie ich von Tag zu Tag dazu lerne. Ich hoffe sehr, dass ich mich bald an den Gesprächen auf Arbeit und zu Hause beteiligen kann, denn die Menschen hier sind echt offen und lieb und versuchen so gut es geht auf mich zu zu gehen.

Ein wichtiger Aspekt jeder Kultur ist natürlich das Essen. Meine Erwartungen an die panamaische Küche:
-          - Viel Reis
-         -  Viele Bohnen
-          - Viel Hühnchen
-          - Kochbananen
-          - Viel frittiertes
-          - Viel Saft/Soda
Tatsächlich wurden diese Erwartungen auch komplett erfüllt. Insbesondere bei der Arbeit komme ich häufig in den Genuss von Reis. Im Gegensatz dazu habe ich bei mir zu Hause noch nicht ein einziges Mal Reis gegessen. Das liegt daran, dass meine Gastmom abends etwas essen möchte, dass schnell geht und satt macht – Fastfood. Bisher gab es schon Hot Dogs, Subway und Hamburger. Allerdings hatte ich auch schon mehrmals Nudeln und einmal sogar Lasagne. Obwohl es hier überhaupt nicht üblich ist, trinke ich viel Wasser, aber um nicht unhöflich zu wirken auch immer mal wieder Saft und Cola (schmeckt ja schließlich auch nicht schlecht). Brot, also so richtiges gutes Brot, gibt es hier leider nicht. Generell wird fast jede Malzeit gekocht. Auch zum Frühstück! Frisch frittierte Tortillas aus Mais oder ein gegrilltes Käsesandwich sind keine Seltenheit zu so früher Stunde. Ich habe zwar auch Müsli (welches im Kühlschrank gelagert wird), aber das habe ich bisher erst dreimal gegessen und meine Gastmom meinte nach dem zweiten Müsli-Morgen, dass ich am nächsten Tag nicht wieder Cornflakes essen muss, sondern etwas anderes (anständiges!?) bekommen würde.
Kurz etwas zur allgemeinen Esskultur: Viele essen hier mit den Händen (Meine Familie allerdings nicht) und gegessen wird nicht wie bei uns gemeinsam am Tisch, sondern eher einzeln im Zimmer oder zusammen auf der Couch. Auch die Geschwindigkeit mit der gegessen wird ist deutlich höher.
Das war es dann auch erst Mal für heute.

Alles Liebe!